Am längsten Tag des Jahres entsteht dort ein bunter Ort für Spiel, Begegnung, Kultur und Gemeinschaft. Vereine, Initiativen und Einrichtungen aus den Bereichen Jugendhilfe, Kultur und Sport zeigen mit vielfältigen Mitmachangeboten, was eine lebenswerte Stadt ausmacht.
Mitten in dieser lebendigen Spielstraße wird das Netzwerk für Kultur- und Jugendarbeit e.V. (NKJC) einen bewusst kontrastierenden Ort schaffen: Ein durch Bauzäune abgesperrter Bereich bleibt leer, grau und unbespielt. Die Installation soll sichtbar machen, welche Lücken Kürzungen und finanzielle Unsicherheiten in die soziale und kulturelle Infrastruktur der Stadt reißen können. Gerade der Kontext des angekündigten Defizits von 3,8 Millionen Euro für den Bereich Jugendhilfe im Jahr 2027 zeigt, was auf dem Spiel steht. Während rundherum gespielt, musiziert, diskutiert, Begegnung und Miteinander ermöglicht wird, steht der abgesperrte Bereich symbolisch für das, was verloren gehen kann, wenn Angebote der Kinder- und Jugendhilfe, Kulturarbeit oder sozialen Arbeit wegfallen. Die Installation macht deutlich: Was heute selbstverständlich erscheint, ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit von Vereinen, Initiativen, Ehrenamtlichen und Fachkräften.
„Die Vielfalt, die auf der Spielstraße sichtbar wird, entsteht nicht von allein. Sie braucht Menschen, Strukturen und eine verlässliche Finanzierung. Es geht bei der temporären Spielstraße auch um die Frage, welche Stadt Chemnitz in Zukunft sein möchte. Kinder- und Jugendhilfe, Kultur, Bildung, Sport und soziale Angebote schaffen Räume für Teilhabe, unterstützen Familien, fördern ehrenamtliches Engagement und stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie bilden eine wesentliche Grundlage für eine demokratische, lebenswerte Stadt.“, erklärt Tina Kreller vom Stadtjugendring Chemnitz.
Die Debatte um Kürzungen in diesen Bereichen steht im Widerspruch zu den Herausforderungen, vor denen Städte wie Chemnitz stehen. Eine alternde Gesellschaft, zunehmende soziale Ungleichheit, Fachkräftemangel und demokratische Spannungen erfordern mehr Investitionen in Bildung, Beteiligung und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Kontakt für Rückfragen
Tina Kreller, Projektleitung Stadtjugendring im Netzwerk für Kultur- und Jugendarbeit e.V.
+49 1522 6652206 |
Hintergrundinformationen
In einer Stellungnahme vom 01.04.2026 bezieht sich der Stadtjugendring auf Informationen aus einer Dialogrunde des Jugendamtes mit den Geschäftsführungen der freien Träger. Darin benannt wurde ein Defizit von 3,8 Millionen Euro für das Haushaltsjahr 2027 für den Bereich Jugendhilfe. Das entspricht etwa einer Kürzung von mehr 20 Angeboten für Kinder und junge Menschen in der Stadt Chemnitz.
Stadtjugendring Chemnitz im Netzwerk für Kultur- und Jugendarbeit e.V.
Der Stadtjugendring Chemnitz ist eine wichtige Säule im Netzwerk für Kultur- und Jugendarbeit e. V. – einem freiwilligen Zusammenschluss von vorwiegend gemeinnützigen Vereinen, Verbänden und Initiativen in Chemnitz. Wir handeln auf der Grundlage von demokratischen Entscheidungen sowie offenen und transparenten Arbeitsstrukturen. Der Verein lebt vom aktiven Mitwirken seiner mehr als 70 Mitglieder. Das Netzwerk für Kultur- und Jugendarbeit e. V. verfolgt den Zweck der Förderung und Unterstützung von Kunst und Kultur, insbesondere Soziokultur, demokratischer Bildung sowie von Jugendarbeit und Jugendhilfe. Der Verein ist parteipolitisch unabhängiger Interessenvertreter seiner Mitgliedsvereine. Die Vernetzung und Bündelung von Ressourcen sind Ansprüche, die in der täglichen Arbeit realisiert werden.




