Pressemitteilung: 5,5 Millionen Förderbudget für die Freie Kultur

Netzwerk für Kultur und Jugendarbeit e.V. fordert jährlich 5,5 Millionen Förderbudget für die Freie Kultur in Chemnitz ab dem nächsten Doppelhaushalt

PRESSEMITTEILUNG

Chemnitz, 30.06.22 - Netzwerk für Kultur und Jugendarbeit e.V. fordert jährlich 5,5 Millionen Förderbudget für die Freie Kultur in Chemnitz ab dem nächsten Doppelhaushalt

Unsere Kulturvereine sind ein essentielles Standbein des breiten Kulturangebotes in Chemnitz. Die Freien Träger als bürgerschaftlich getragenen Vereine der Kulturarbeit stellen, gemeinsam mit den Städtischen Institutionen, die wesentlichen Begegnungsräume für Kunst und Kultur in Chemnitz dar. Sie wirken im Großen und im Kleinen, bieten Gelegenheit zum Austausch und zum gegenseitigen Verstehen – über Veranstaltungen, über den niedrigschwelligen Austausch im Vereinsleben, über Kooperationen mit anderen Vereinen und Institutionen.

Doch diese Strukturen sind oft fragiler als es auf den ersten Blick scheint und die Herausforderungen der Zeit sind nicht spurlos an den Trägern vorübergegangen – im Gegenteil. Wie ein Brennglas hat die Corona-Pandemie sowie ihre Neben- und Nachwirkungen Prozesse beschleunigt und sichtbar gemacht. Die Auswirkungen zeigen sich auf vielen Ebenen:
Während es vor 2020 schon spannend und herausfordernd war, Sponsorengelder für ein Kulturprojekt zu erhalten, ist es nun in der Fläche bis auf wenige Ausnahmen unmöglich, diese Art der Unterstützung in der benötigten Höhe einzuwerben. Wenn man bedenkt, dass die Förderung von Kulturvereinen aus dem kommunalen Haushalt oft nur 15-35% beträgt und der Rest über Eigen- und Drittmittel wie eben Sponsoring erwirtschaftet wird, zeigt, wie dringend der Bedarf für Hilfe bei den Kulturvereinen ist.

Verschärft wird dieser Umstand durch erhebliche Preissteigerungen für Kulturproduktionen – seien es Anmietung von Technik, Anstellung von Honorarkräften, Kosten für Übernachtungen der auftretenden Künstlerinnen und Kreativen oder auch nur die anfallenden Nebenkosten wie Strom, Wasser und Heizung. Hierbei liegen die Preissteigerungen nicht selten über dem derzeit oft zitierten Inflationssatz von 8-10%.
Eine Beibehaltung des aktuellen Förderbudgets von ca. 4 Millionen würde zu einem mehr als spürbaren Rückgang der Kulturangebote für die Einwohnerinnen und Bürger der Stadt führen.

Im fachlichen Austauschen mit unseren Trägern und anderen Verbänden, wie beispielsweise mit dem Hand in Hand e.V., wurde in diesem Zusammenhang auch thematisiert das die Fachkräfteabwanderung, veränderte Bereitschaft für Ehrenamt in der Breite, Herausforderungen der Digitalisierung und Änderungen im Besucherverhalten durch die Pandemie die oben genannten Herausforderungen sogar noch verschärfen.
Tobias Möller, Projektleiter Kultur im Netzwerk: „Wir sehen es als dringend geboten an, das Förderbudget für die Freie Kultur an die aktuellen Herausforderungen anzupassen. Im letzten Doppelhaushalt vor der Ausrichtung der Europäischen Kulturhauptstadt brauchen wir die Bereitschaft von Verwaltung und Politik, die veränderten Rahmenbedingungen anzuerkennen und auf Augenhöhe um Lösungen zu ringen. Lassen Sie uns zeigen, dass wir den in der Bewerbung benannten „breiten Kulturbegriff“ leben.“

Das Netzwerk für Kultur- und Jugendarbeit e. V. ist ein freiwilliger Zusammenschluss von vorwiegend gemeinnützigen Vereinen, Verbänden und Initiativen in Chemnitz. Wir handeln auf der Grundlage von demokratischen Entscheidungen sowie offenen und transparenten Arbeitsstrukturen. Der Verein lebt vom aktiven Mitwirken seiner mehr als 70 Mitglieder. Das Netzwerk für Kultur- und Jugendarbeit e. V. verfolgt den Zweck der Förderung und Unterstützung von Kunst und Kultur, insbesondere Soziokultur, demokratischer Bildung sowie von Jugendarbeit. Der Verein ist parteilich unabhängiger Interessenvertreter seiner Mitgliedsvereine. Die Vernetzung und Bündelung von Ressourcen sind Ansprüche, die in der täglichen Arbeit realisiert werden.

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Ansprechpartner: 

Tobias Möller

Netzwerk für Kultur und Jugendarbeit e. V.
Team Kultur

Telefon: 0172-9738230
kultur(at)nkjc.de

www.nkjc.de